Indecent Behavior – Interview

PressphotoHallo Indecent Behavior! Danke, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview nehmt! Kurze Vorstellungsrunde bitte, wer spricht heute bei euch?
Hi!
Um uns kurz vorzustellen: Wir sind Mo, Jonas, Matz, Flo und Henrik! Mo und Jonas sind für die Gitarren und Matz für den Bass zuständig. Flo trommelt und Ich (Henrik) singe.

Ein paar kurze Worte zu euch als Band, wo kommt ihr her, wie lange macht ihr schon zusammen Musik, wo liegen eure Roots, was habt ihr für Einflüsse oder vielleicht Vorbilder?
Wir kommen aus der kleinen Stadt Merzig im Saarland und machen Melodic Hardcore Punk. Dabei versuchen wir den schnellen alten Hardcore Punk wie man ihn von Pennywise, Ignite oder H2O kennt, mit modernerem Hardcore zu verbinden. In der aktuellen Besetzung spielen wir jetzt knapp 2 Jahre zusammen. Ohne Matz, mit anderem Bassisten, der aber leider beruflich weit wegziehen musste, seit 2013. Wie ich auch eben erwähnt hab, liegen unsere Wurzeln ganz klar im alten Punk. Was man denke ich auch ziemlich direkt hört.

Für Leute, die euch nicht kennen: Indecent Behavior klingt wie?
Das kommt ganz auf den Song an. Am meisten hören wir aber: „Klingt fast wie Rise Against!“ Also ja.. so in die Richtung. Eher etwas schneller und ein wenig härter. Pennywise oder Ignite, vielleicht auch noch A Day To Remember sind eventuell noch ganz gute Vergleiche. Aber auch irgendwie ein wenig anders.

Was läuft bei euch im Auto, wenn Ihr zu einem Gig unterwegs seid?
Am häufigsten ganz klar A Wilhelm Scream! Matz steht total auf die Basslines und da unser Bus nur ’nen CD Player hat, hat er direkt mal CDs mitgebracht und als erstes die Wilhelm Scream CD reingeschmissen. Da war sie dann sehr lange. Seit dem letzten Weekender läuft allerdings H2O auf Dauerschleife!

Wie seht ihr eure Entwicklung zwischen eurem Demo aus 2013 und jetzt eurer aktuellen EP „Slave To The Rules“?
Wir haben uns definitiv sehr viel weiterentwickelt. Damals hab ich auch noch Gitarre gespielt, die ich jetzt allerdings an den Nagel gehangen habe. Wir wurden ein gutes Stück schneller und musikalisch auch ausgereifter. Bei der Demo waren wir auch nur zu viert. Durch Jonas, der dann kurze Zeit später dazu kam, wurden uns vor allem auch was den Background Gesang angeht, völlig neue Möglichkeiten eröffnet.

Erzählt uns doch ein wenig über eure Philosophie als Band, wenn man eure Präsenz im Netz ein wenig durchforstet, stellt man schnell fest, dass ihr mit Indecent Behavior für etwas stehen wollt und eure Aussagen textlich auch Themen behandeln, die euch persönlich am Herzen liegen.
Ja das stimmt! Sehr gut, dass das auch auffällt*lachend*! Unsere Texte befassen sich meistens mit dem gesunden Menschenverstand, aber auch immer wieder Freundschaft und Zusammenhalt. Wir finden es einfach total wichtig, dass man sich gegenseitig hilft und nicht immer nur auf den andern einschlägt. Ob mit Fäusten oder mit Worten, wir finden beides ziemlich doof. Allein für mich persönlich sind positive Ereignisse und Gefühle einfach viel mehr Wert als negative, wie zum Beispiel Hass etc. Das findet man natürlich auch in unseren Texten wieder. Ein anderer wichtiger Punkt ist der Support und das aufrechterhalten der Lokalen Bandszene.

Was hat es mit dem Konzept „Support Your Local Scene“ auf sich?
Ich sage jetzt bewusst „Konzept“, da dies ja nicht nur ein Titel auf eurer aktuellen EP ist, sondern auch der Name der Konzertreihe, die ihr geplant habt.
Wir stellen immer wieder fest, vor allem wenn wir Konzerte unserer Kindheitshelden besuchen, dass bei dem Hauptact der Raum fast aus allen Nähten platzt, die erste Supportband allerdings vor ungefähr 10 Leuten spielen muss. Ich wohne auch fast direkt neben einer Kneipe, in der sehr oft kleinere, weniger bekannte Bands von außerhalb spielen, wobei dann häufig nur die gleichen 5 – 6 Leute an der Theke sitzen, die sich so gut wie gar nicht für die Musik interessieren. Aus diesem Grund haben wir einen Song geschrieben, welcher unsere Gedanken zu diesem Thema etwas aufgreift. Das Problem ist, dass durch genau diese Gründe immer weniger Leute Konzerte für kleinere Bands veranstalten wollen. Da wir aber finden, dass es super viele gute Bands gibt, welche gehört werden müssen, welche oft super gute Standpunkte in ihre Texte verpacken, haben wir eine neue Konzertreihe im Saarland gestartet, mit welcher wir lokalen und auch überregionalen Bands eine Bühne bieten wollen. Damit wollen wir vor allem die ganze Szene stärken, egal in welche Musikrichtung es geht. Wir wollen einfach wieder mehr, gut besuchte Konzerte! Wir freuen uns auch immer über neue Bands, die sich bei uns melden!

Gab es einen Auslöser, der euch damals triggerte und nachdem ihr als Band für euch beschlossen habt „Ok,, da müssen wir jetzt aktiv was gegen tun“?
Einen genauen Auslöser gab es da nicht wirklich. Wir haben einfach schon so viele Konzerte mit super guten Bands gespielt, die niemand kennt. Das hat uns einfach aufgeregt. Immer wieder merken wir auch, wie wenig Locations und Booker noch das Risiko auf sich nehmen können, eine Band zu buchen, die noch nicht jeder kennt. Das ganze wollen wir bei uns vermeiden!

Ab wann würdet ihr den Erfolg einer Band als „verdient“ beschreiben und ab wann wird diese für euch zum Sellout?
Ist das ein Thema für euch, mit dem ihr euch auseinandersetzt, wenn ihr über eure Zukunft als Band nachdenkt?
Eine Band, die gute Musik macht, ganz egal in welcher Richtung, hat auch Erfolg verdient. Dabei spielt natürlich das musikalische eine Große Rolle. Die Texte und die Message sind uns aber auch sehr wichtig. Klar gibt es immer Fälle, in denen Bands ihre Musikrichtung sehr stark verändern. Das ist aber auch nicht immer schlecht. Ein Aufschreien oder Seufzen in der Fanbase kann da natürlich auch nicht immer vermieden werden. Häufig finde ich es dann der alten Songs wegen auch mal schade, dass die Band sich so verändert. Aber wenn die Musik weiterhin gut bleibt, finde ich das weniger Schlimm. Dass es verschiedene Geschmäcker gibt und es so sein kann, dass man auch Fans verliert, kann man ja aber auch nicht ändern. Wir haben uns da persönlich noch nicht so viele Gedanken drum gemacht.Wir machen die Musik, auf die wir Bock haben. Und das wird auch so bleiben!

Gibt es schon etwas Neues? Wann wird der nächste Gig im Rahmen von „Support Your Local Scene“ stattfinden?
Als nächstes sind erst mal die Indie Rock Bands dran. Das ganze steigt am 24.03.2017 im Juz Utopia in Saarlouis! Im April folgt dann eine weitere Ausgabe mit Punkbands. Im Mai sind wir dann selbst erst mal auf Tour!

Was habt ihr 2017 für euch als Band so geplant, könnt ihr uns da schon einen kleinen Ausblick geben?
Im April geht’s wieder ins Studio! Und dann nach einigen Konzerten dieses Jahr werden wir dann auch eine neue Platte veröffentlichen. Dabei wird es sich um ein 12-Song starkes Album handeln. Das ein oder andere Musikvideo wird auch noch rauskommen. Und natürlich touren, touren, touren. Einiges ist da auch schon geplant. Wir freuen uns sehr auf 2017!

Letztes Wort hat wie immer die Band, Grüße, Glückwünsche, Dankesreden, hier könnt ihr gerne loswerden, was euch noch so auf dem Herzen liegt! Vielen Dank nochmal für eure Zeit und viel Erfolg weiterhin!
Vielen Dank auch von unserer Seite!
Ein Gruß geht natürlich raus an unsere ganzen Jungs und Mädels! Auch an die ganzen Bands, Veranstalter und all die super Menschen, die uns letztes Jahr und dieses Jahr weitergeholfen haben und uns auch noch weiterhelfen werden! Ich denke da weiß jeder, dass er gemeint ist!
Ansonsten bleibt nur noch zu sagen: Geht auf Shows! Supportet eure Locals! Erhaltet die Szene am Leben!
Vielleicht sieht man sich ja auch mal auf ’ner Show!