Sic Boy – Dog City Review

SicNein, es ist kein Rechtsschreibfehler, Sic Boy unterschlagen uns bewusst ein “K“. Somit beziehen sie sich wohl nicht primär auf den gleichnamigen Song von Social Distortion oder den Charakter aus Trainspotting. SIC!
Die Band gibt es seit 2013, hat 2014 bereits eine EP namens „HCMC“ veröffentlicht und kommt aus Dog City. Das ist scheinbar in Oesdorf. Und das ist in Kassel. Und Kassel war ja schon immer ein gutes Pflaster für Hardcore Bands.
Sic Boy spielen groovigen Hardcore mit Metal inspiriertem Riffing. Und einer ordentlichen Portion Humor. Der Sound ist, zugegebenermaßen, ein bisschen flach, der Bass zu leise, den Gitarren und dem Gesang fehlen tiefe. Das ist aber letztendlich völlig egal, denn Sic Boy haben vor allem eins: Herz. Die ganze EP wirkt absolut authentisch, mit viel Liebe zum Detail. Und da ist es dann auch egal, wenn die Breaks manchmal nicht 100% tight sind, nein, das macht den Sound sogar aus. Wäre das alles glattgebügelt und mega produziert, würde es nicht funktionieren. Das ist der ultimative Punk Faktor.

Und wenn dann auch noch in einen Break aus dem off „Break“ gesagt wird, dann kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Generell gibt es bei den Texten einiges an Augenzwinkern. Das heisst aber nicht, dass das alles bemüht lustig, albern und nicht ernsthaft wäre. Nein, Sic Boy haben genug zu sagen und kotzen, zum Beispiel gegen Nazis und die tägliche Routine. Aber man versetzt halt vieles mit einem Lächeln.
Gesungen wird auf Englisch und teilweise auch abwechselnd auf Deutsch, was eine gute Abwechslung bringt. Der Song „Alea Iacta Est“ wäre strenggenommen sogar dreisprachig: Englisch, Deutsch und Latein. Dieser Song ist auch gleich eins der Highlights der Platte. Unterstützt wurden Sic Boy hier durch Lukas von Gone to Waste.
Der Überhit der Platte ist das namensspendende „Dog City“ bei dem sich gleich eine ganze Batterie von Gästen verewigt hat: Weiffe von Cold War Everyday, Tobi von Crack It und der allseits beliebt und geschätzte Tritschi der Frankfuter Veilside haben hier alles gegeben. Ganz starkes Stück!

Das alles ist ja schon wirklich super und ein Grund zum Kauf der EP. Die Krone setzt dem ganzen aber das Artwork von „Dog City“ auf. Eine englische Bulldogge im Hardcore Stil, die von der jungen Verwandtschaft der Band coloriert wurde. Die Tracks sind handschriftlich auf der Rückseite aufgeschrieben und jeweils mit einem Icon versehen. Quasi die kürzesten Liner-Notes der Welt. Im Booklet findet sich neben den Texten, einem Bandpic und einem wirklich herzlichen Dankestext auch ein Labyrinth zum ausmalen, auf dem man den Kids den Weg zu lokalen Shows weisen soll. Und das ist dann einfach kein Schenkelklopfer, sondern ein kreativer Arschtritt.
Unterstützt werden Sic Boy von zwei kleinen Labels, nämlich Abgefuckt Glücklich Records aus Berlin und World´s Kitsch Records aus Griechenland. Außerdem gibt es Support von Ablüh clothing.
DIY Hardcore mit Punk Attitüde und vollster Hingabe, das muss man lieben, das muss man unterstützen!

Rating 8/10

Tracklist:
1. Intro
2. It is your choice
3. Alea Iacta Est
4. I don´t pick up
5. Sic Week
6. Pressure
7. Dog City

Autor: Joe K
Band: Sic Boy
Bandcamp: https://sicboyhc.bandcamp.com
Release: 22. April 2017
Label: Abgefuckt Glücklich Records/World´s Kitsch Records