Angst – Burden Of Loss Review

Angst - Burden of Loss Albumcover
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Ein Gespenst geht um in der Hardcore Szene. Nicht das Gespenst des Kommunismus, nein, das Gespenst der 90er Jahre.
Immer mehr Bands besinnen sich zurück auf die Zeit, in der Hardcore Bands durch metallische Spielarten wie Doom beeinflusst wurden und lassen Riffs dieser langsamen, schleppenden Spielart des Metals in ihren Sound einfließen. Das ist auch nicht grundlegend neues, dennoch scheint sich im Besonderen der doomige Sound, der ja in den letzten Jahren eine Renaissance erlebte, derzeitig für viele Bands besonders zu eignen.

Und so sind auch Angst aus Hannover eine dieser Bands. Gegründet 2014, veröffentlichten sie im Mai 2014 ein EP namens „Destiny Becomes Reality“. Nun folgt im April 2017 der Nachfolger „Burden Of Loss“, wieder in Form einer EP, auf Street Survival Records. 5 Songs, 12 Minuten. Das sind die harten Fakten.
Los geht es mit einem apokalyptisch klingenden Soundinferno im midtempo, einem eingängigen Riff, Breakdowns und einem beatdownigen Ende. Das fängt gut an.

Der erste Song, „Dead to me“, besteht wieder aus einem einfachen, aber passenden, schleppenden Riff, unterlegt mit einem 2 steppigen Schlagzeug. Der Gesang ist düster, heiser wütend. Alles ist weit davon entfernt irgendwie melodisch zu sein, trotzdem ließe sich der Refrain wunderbar mitschreien. Der abgehackte, stampfende Endpart könnte auch aus der Feder von Earth Crisis stammen.
„Inhale“ startet noch etwas langsamer und entwickelt sich in ein richtiges Groove Monster. Trotzdem entfernt er sich nicht zu weit von dem düsteren, leicht monotonen Grundriffing. Und monoton ist in diesem Fall keineswegs negativ gemeint.

Der folgende Song „Drown“ schlägt in eine ähnliche Richtung ein, wirkt aber ein wenig eingängiger, ohne dabei an härte zu verlieren. Hier variieren auch die Drums ein bisschen. Und gerade, als ich mich frage, ob die Vocals nicht doch auf Dauer ein wenig langweilig sind, folgt ein spoken part und geschriene Backings. Genau zur richtigen Zeit.
Und gerade, wo man sich richtig eingehört hat, folgt auch schon der letzte Song „Bad Seed“, der auch tatsächlich mein Favorit ist. Vom Riff her, ähnlich wie die Vorgänger, wirkt der Gesang runder, das Schlagzeug spielt kurze, blast ähnliche Beats. Jetzt erinnern Angst schon fast ein wenig an Bolt Thrower. Die platte endet mit einem doomigen, beatdownigen Part, der einfach alles niedermäht, was noch steht.

„Burden Of Loss“ bietet nichts wirklich neues, Angst kreieren nichts, was es noch nie gab, sie setzen sich dennoch von der Masse ab. Das liegt vor allem am Sound der EP. Unter die Gitarrenspuren ist noch eine Spur gemischt, die quasi nur ein verzerrtes Rauschen ist. Das gibt einen kalten, erdigen Sound, der diese authentische 90er Note ausmacht. Und genau deshalb machen Angst einfach so dermaßen Bock!

Tracklist:
1. Interitus
2. Dead To Me
3. Inhale
4. Drown
5. Bad Seed

Autor: Joe K.
Band: Angst
Label: Street Survival Records
Releasedate: April 2017