Insanity Interview

Insanity Pic 1Das erste was jedem beim Lesen eurer Biographie ins Auge sticht, sind wohl die Auftritte mit den Szenegrößen Terror, Madball, Hatebreed usw.. Was für ein Gefühl ist es, als eine so junge aufstrebende Band solch eine Chance zu bekommen?

Das ist der Wahnsinn! Ohne Scheiss jetzt, da sind wir bei jeder solcher Anfrage förmlich im Dreieck gesprungen. In erster Linie ist es natürlich eine riesige Ehre, zusammen mit den Bands zu spielen, die seit Jahren zu den eigenen Lieblingsbands gehören und den Hardcore derart beeinflusst haben. Dann kommt meistens dazu, diese Leute persönlich und sympathisch kennenlernen zu dürfen und natürlich sind das auch Konzerte, bei denen man viele neue Fans dazugewinnen kann.

Wie kommt man zu einer Kuba-Tour?

Eigentlich nur über den Staat 😉 Im Ernst, unsere Tour war staatlich organisiert, zusammen mit drei weiteren europäischen Bands und jeweils lokalen kubanischen Bands. Den Kontakt dazu haben wir durch Tobi und Yannick (Sänger und Gitarrist), welche ein Jahr Kuba bereisten und dort per Zufall ein paar Leute aus der Szene kennengelernt haben. Die haben uns dann weiter empfohlen, bis es zu den Typen gelangt ist, die für diese Tour die Bands holen.

Vor kurzem wart ihr in Asien unterwegs. Verglichen mit der Tour durch Kuba, Europa oder Osteuropa: Wo liegen die Unterschiede (wenn es denn welche gibt)?

Die Frage ist kürzlich schon von jemandem gestellt worden. Die Unterschiede sind wirklich erstaunlich gering, das hat uns schon gezeigt das Hardcore eine weltweite Szene ist. Kulturell sind die Unterschiede zwischen Europa, Kuba und Japan ziemlich gross, doch kaum betritt man Abends die Venue, sind diese Unterschiede fast wie verflogen, da kommen auch die anständigen und sehr zurückhaltenden Japaner so richtig aus sich heraus. Das hat uns schon sehr imponiert und gezeigt, wie sehr die Musik verbindet.

In gut einem Monat veröffentlicht ihr mit „Toss A Coin“ euer drittes Album. Schon aufgeregt?

Auf jeden Fall! Vor allem auf die Resonanz der Leute. Unser wichtigstes Ziel war es immer, mit der Musik rumzukommen, tolle Konzerte zu spielen und mit der Band Abenteuer zu erleben. Dies funktioniert halt besser, wenn uns möglichst viele Leute kennen und unsere Musik feiern, und da hoffen wir mit der neuen Scheibe einen weiteren Schritt zu machen.
Zudem ist für uns einiges neu, jetzt da wir das Album nicht mehr selber, sondern über Bastardized Recordings rausbringen. Das trägt natürlich auch dazu bei, dass eine gewisse Aufregung herrscht. Aber wir sind sehr zuversichtlich, Bastardized sorgen wirklich dafür, dass die News hinaus in die Welt gehen und das nimmt uns schon extrem viel Arbeit ab, ganz zu Schweigen dass wir das selbst auch gar nicht in dem Ausmass könnten.

Wie war der Entstehungsprozess zu dieser Scheibe? Immerhin bewegt ihr euch in neuen musikalischen Spähren wie ihr selber sagt?

Neue Sphären wäre übertrieben, wo haben wir das gesagt? Es ist aber natürlich so, dass wir uns musikalisch immer weiter entwickeln wollen. Das muss aber nicht auf Teufel komm raus sein, sondern wir bauen natürlich auf dem Fundament weiter, das uns bisher stark gemacht hat, sprich Old School Grooves gepaart mit eher modernem Soundcharakter und vielen Gangshouts. Tendenziell sind wir vielleicht etwas schneller und einen Tick melodiöser geworden. Aber das sind keine bewussten Entscheidungen, wir versuchen immer, die bestmöglichen Songs zu schaffen und das auf eine möglichst natürliche, ungezwungene Art und Weise.

Wird es eine ausgiebige Release-Tour geben?

Wir spielen auf jeden Fall viele Gigs im 2017, auch in Deutschland! Da der Release aber auf Ende Mai terminiert wurde, lassen wir das Album erst mal richtig anlaufen, bevor wir eine „richtige“ Tour machen, denn im Sommer sind Touren in Europa doch eher schwierig, da die Clubs schlecht besucht sind. Eine zweiwöchige Tour in Europa soll es dann im Herbst – wahrscheinlich Oktober – geben, dazu werden wir bald mit den Planungen beginnen. Falls dies hier also ein Promoter liest, gerne bei uns melden!
Im Sommer werden wir ein paar Festivals und auch vereinzelt Clubshows spielen, beispielsweise am 16. Juni mit Deez Nuts in Freiburg.

Eure Texte: Was inspiriert euch?

Grundsätzlich das, was um uns herum passiert. Das kann die Politik, die Gesellschaft, das System, oder auch einfach der Mensch an sich betreffen, wir setzen uns da keine bewussten Grenzen. Meistens wird ein Thema dann zum Inhalt eines Songs, wenn es stark emotionalisiert, und das kann dann durchaus positiv oder negativ sein, jedoch versuchen wir im Ansatz immer eine positive Sicht der Dinge darzustellen, sprich nicht nur über Missstände jammern, sondern auch Ansätze in die Texte packen, wie man dem entgegenwirken kann.

Habt ihr ein ganz bestimmtes Ziel vor Augen, dass ihr mit Insanity noch erreichen wollt?

Nein, nicht wirklich. Wenn, dann dass wir diese Band mit genau dem Spirit und der Freude, die wir momentan und seit einigen Jahren haben, noch möglichst lange weiterführen können. Wir haben uns noch nie feste Ziele gesetzt, abgesehen natürlich von den Dingen, die wir selbst in der Hand haben (z.B. ein Album oder ein Video produzieren). Das hat bisher auch gut so funktioniert, denn wir machen das aus Spass an der Musik, der Szene, den Leuten, und das soll auch so bleiben.
Seit wir die Band seriös betreiben, ist Insanity immer Stück für Stück ein wenig gewachsen, es ist immer wieder Neues dazu gekommen, wie jetzt zum Beispiel mit dem Label. Das ist für uns die perfekte Entwicklung, denn so wird es nie langweilig, es gibt immer wieder neue, aufregende Erlebnisse, und wenn wir weiter so stetig ein Stück weiter kommen, dann ist uns das viel mehr wert, als uns jetzt vorzunehmen, in 3 Jahren dieses oder jenes erreicht zu haben.

Was macht euch als Band mehr Spaß: Die große prunkvolle Bühne oder die eher kleinen DIY Club Shows?

Das ist zwar jetzt die Standard-Antwort, aber es macht wirklich beides richtig Spass. Die grösseren Bühnen sind für uns als Musiker geil, da wir dort Platz haben um richtig durchzudrehen, wir bemerken oft, dass wir uns automatisch viel mehr bewegen, da dafür einfach der Platz vorhanden ist. Ausserdem ist es irgendwie schon auch fett, über eine grosse Meute hinweg zu sehen, jedoch ist hier auch bereits der Nachteil dabei, man fühlt die Stimmung und die Leute weniger. Das ist das, was in einer kleiner Venue viel mehr Spass macht: Das Publikum steht und tanzt direkt vor deiner Nase, es gibt richtige Stagedives, du bekommst die Emotionen viel besser mit und wirst dadurch auch automatisch mitgerissen. Da ist die Wechselwirkung zwischen Band und Publikum enorm, wir können als Band mit unserer Energie die Leute mitreissen, und genau so tun das die Leute auch mit uns, so kann sich das in ein wahres Feuerwerk entwickeln.

Abschließend gehört das Wort natürlich euch:

Erstmal danke für das Interview! Und an alle, die unsere Musik mögen: Erzählt allen von uns, denn wir kommen nur mit eurer Hilfe und eurem Support weiter!

 

Autor: Sven
Band: Insanity
Label:Bastardized Recordings
Releasedate: 26.05.2017