Tides Denied – Find Your Place Review

a0901291628_10Und wenn es jemals so sein sollte, dass Hardcorebands aus Deutschland bzw die deutsche HC-Szene international interessant werden sollte, dann wird irgendein wahnwitziger Journalist Tides Denied einer Sparte zuordnen, die ich als NWOHCBFG (New Wave Of HC-Bands From Germany) bezeichne und mir damit jegliche Rechte an diesem Vokalarmen Wort sichere.
Tides Denied gehören eben zu jenen Bands, die in den letzten fünf Jahren auf dem Schirm der Scenester erschienen und seitdem nicht mehr wegzudenken sind. Mit ihrer Debut-EP „Remedy“ haben Tides Denied gezeigt, dass sie einen satten Mosh-Sound abliefern und damit absolut ernst zu nehmen sind. Eine vorbildliche Arbeitsmoral, Shows, Shows, Shows und im Jahre 2016 dann eine Split mit den finsteren Herrschaften von Soulground.
Schließlich, Frühling 2017 kommt dann die nächste logische EP, die den Namen „Find Your Place“ trägt und via Backbite Records das Licht der Welt erblicken und das Gepiekse der Plattennadeln spüren darf. In einer schnelllebigen Szene, in der Bandgründungen und Bandbeerdigungen an der Tagesordnung sind, macht es dann besonders Spaß die Entwicklung einer Band wie Tides Denied mitverfolgen zu dürfen. Enttäuscht wird man nicht! Wer die Band bereits kennt und mag, darf hier getrost zuschlagen. Tides Denied sind nämlich nicht älter geworden sondern nur besser! Der Sound, der sich irgendwo zwischen Expire und Punch einordnen lässt ist noch reifer und authentischer geworden und wälzt mit einem wahnwitzigen Volumen durch den Raum.

Deutlich professioneller und „tighter“ auf den Punkt gebracht zeigt sich „Find Your Place“ im Vergleich zu „Remedy“, dabei haben die Jungs nicht ein Quantum Aggression und Wut einbüßen müssen. Find Your Place ist eingängig, der Groove reisst den Hörer von der ersten bis zur letzten Sekunde mit und macht auch nach mehrmaligem Hören immer noch Spaß. Fazit ist, dass Tides Denied ein ideales Beispiel dafür liefern, wie man sich als Band weiterentwickeln und sich dennoch unverkennbar treu bleiben kann. Wenn die Jungs, deren Mitglieder aus Paderborn/Kassel stammen, diesen eingeschlagenen Weg weiterfahren dann meißeln sie spätestens mit der Veröffentlichung einer Full Length in Stein, dass sie es verdienen mit Bands wie Expire oder Punch in einem Atemzug genannt zu werden. Erfrischendes und tolles Release!

8/10

Tracklist:
1. Simulated Freedom
2. Leave It Behind
3. No Trust / No Faith/ No Glory
4. Change Direction
5. Different Tracks
6. Find Your Place

Autor: Alex
Band: Tides Denied
Label: Backbite Records
Releasedate: 28.4.2017