Backswing – SOS Review

Backswing SOS

Backswing waren mir gänzlich unbekannt, das muss ich zugeben. Beim ersten Blick auf das Promo Foto, war es sehr schwer was einen erwarten könnte, sieht die Band doch schwer nach 08/15 Hipstern aus. Klischees und Vorurteile sind halt schon was feines.
Ich erwarte also vielleicht irgendwas melodisches, vielleicht sogar cleanen Gesang.

Die Band kommt aus Detroit. Eine Shouterin, Hardcore, Detroit – sofort habe ich Walls of Jericho im Kopf. Vielleicht geht das auch in die Richtung?
Das Intro beginnt und ich frage mich, ob ich eventuell den falschen Tonträger höre. Schleppend, metallisch, doomiges Riff. Klingt ein bisschen wie Xibalba. Da lag ich definitiv voll daneben.
Auch der erste Track „Still sick“ beginnt schleppend, mit einem blitzsauberen Metal Riff und groovigem Bass. Die Vocals sind weder geshoutet, noch gegrowlt, sie sind gebrüllt. Selten habe ich eine Frau so bellen gehört und das meine ich absolut positiv. Da ist so viel Wut und Hass zu hören, das passt wunderbar zur Mucke. Die Backings, die schon fast eine Zweite Gesangsspur bilden, sind gegrowlt und bringen, gemischt mit harten Breaks, einen leicht beatdownigen Touch mit.

Gut Check“ beginnt ziemlich ähnlich wie der vorherige Track, schleppend, dann setzt der Gesang ein. Und gerade, als es mich ein wenig langweilt, ziehen Backswing plötzlich das Tempo an und wechseln von einem ziemlich schnellen, punkigen Part in einen Two Step. So macht das richtig bock!
Short Breath“ ist ein Two Step Groove Monster mit einem beatdownigen Ende und passt perfekt zum folgenden Song „Corset“. Diese zwei Songs sind sich zwar ähnlich, aber dennoch in sich abwechslungsreich genug um nicht eintönig zu wirken.
Der Titeltrack „SOS“, beginnt, ähnlich wie das Intro, doomig und erinnert wieder schwer an Xibalba. Und wieder ziehen Backswing am Ende des ersten Drittels das Tempo an. Sind die meisten Songs ca 2 ½ Minuten lang, ist „SOS“ mit über 4 Minuten deutlich länger. Er wirkt aber noch etwas stimmiger und ausgereifter. Die Drums sind etwas variabler, das Riffing anspruchsvoller. Es gibt sogar einen Solopart, der die Dynamik aber kein bisschen stört.

Abgeschlossen wird diese EP mit „Extinguished“ und dem ersten Sing A Long „Fight fire with fire, Fight hate with hate! Fight Ignorance and Bigotry!“. Hammer! „Extinguished“ ist der wohl eingängigste Song auf der ganze EP und auch mein persönlicher Favorit. Letztlich fasst er einfach alles brilliant zusammen: Härte, Groove, Wut!
Zunächst wurde die EP in Eigenregie veröffentlicht, nun erscheint „SOS“ am 28.07 als Vinyl Version.

Und welches Label hatte das Glück eine Band mit solchem Potential zu signen? Demons Run Amok hatten mal wieder das richtige Gespür. Da hat man sich eine Band mit ordentlichem Potenzial geholt.
Und wieder einmal wurden Vorurteile und Klischees komplett zerstört. Freut mich!

Rating: 9/10

Tracklist:
1. Intro
2. Still Sick
3. Gut Check
4. Short Breath
5. Corset
6. SOS
7. Extinguished

Autor: Joe K
Band: Backswing
Label: Demons Run Amok
Releasedate: 28.07.2017